06.08.10 21:39

ADAC-Schulbus-Test: Ergebnisse unglaubwürdig?

Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit und weitere Mängel bei Busfahrten zur Schule seien an der Tagesordnung - so lautete das Fazit des letzten Schulbus-Tests, den der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) vor zwei Monaten veröffentlicht hatte. Nun gerät der ADAC selbst in die Kritik. Denn an der Seriosität und der Aussagekraft des Schulbustests sind aufgrund des Messverfahrens massive Zweifel aufgekommen, berichten verschiedene Zeitungen.

So soll ein Schulbus der Verkehrsbetriebe Plön (VKP) mit 91 Stundenkilometer durch eine Ortschaft gerast sein. Eine Kontrolle des geeichten Fahrtenschreibers ergab allerdings keine Hinweise auf eine solche massive Geschwindigkeitsüberschreitung. Die Bitte der VKP, das genaue Datum der Kontrollfahrt bekannt zu geben, lehnte der ADAC mit der Begründung ab, dass man dies grundsätzlich nicht mache, um den Busfahrern Ärger zu ersparen. Erst als der VKP eine gerichtliche Klärung androhte, reiste eine dreiköpfige ADAC-Delegation an, um sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Gegenüber der Lokalzeitung erklärten ADAC und VKP dann übereinstimmend, dass sich nach Auswertung der Fahrtenschreiber und weiterer Indizien die in der Öffentlichkeit genannten Geschwindigkeitsübertretungen nicht feststellen lassen.

Von grundsätzlicher Bedeutung dürfte eine weitere Information zum angewendeten Messverfahren sein: Denn während der Automobilclub verlangt, dass Geschwindigkeitsmessungen auf deutschen Straßen mit geeichten und zertifizierten Geräten erfolgen müssten, setzt der ADAC bei seinen eigenen Messungen im Schülerverkehr nur handelsübliche GPS-Geräte ein.